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Der OV-Flums setzt sich aktiv für den Natur- und Vogelschutz ein! Jedes Jahr
im November werden die Nistkästen auf unserem Gemeindegebiet gerreinigt und
renoviert oder ersetzt!

Die Schweiz ist reich an Orten der Kraft Aus gewissen
Stellen der Erdkruste strahlen besondere Kräfte, die von sensiblen Personen
wahrgenommen werden können und positiv auf Körper und Seele wirken. Dies wussten
bereits unsere Vorfahren und errichteten hier ihre Kultstätten – vom Opferstein
bis zur Wallfahrtskirche. Auch manche Naturdenkmäler wie Höhlen, Wasserfälle
oder Findlingsblöcke sind solche «Orte der Kraft», wie unsere zweiteilige Serie
darlegt. Als Gebirgsland mit bewegter geologischer Vergangenheit und einer
vielfältigen Kuturgeschichte ist die Schweiz besonders reich an Kraftorten. In
jüngster Zeit hat die Kombination der beiden Trends «zurück zur Natur» und
«zurück zu den eigenen Wurzeln» ein breites Interesse an diesem Phänomen
geweckt.
Im Wald Bäume umarmen Was früher als Aberglaube des
rückständigen Landvolkes belächelt wurde, gehört heute im Zeichen der
Esoterikbegeisterung zur Weltanschauung einer städtisch geprägten
Konsumgesellschaft. Bankangestellte gehen in den Wald Bäume umarmen, Manager
ergründen in der Stille der Gletscherwelt ihr «inneres Kind», Lehrerinnen
pilgern zu Stätten des Matriarchats ... Im Grenzgebiet von Esoterik und
Naturkunde hat sich die Lehre der Geobiologie entwickelt. Sie untersucht, wo
Kraftlinien und Kraftfelder aus dem Erdinnern (Geo-) auf Lebewesen (-biologie)
wirken: also auf Pflanzen, Tiere und vor allem auf Menschen. Als Masseinheit
für die Kraftwirkung dienen die Einheiten der so genannten Bovis-Skala. Weil
Bovis-Messungen den strengen Anforderungen physikalischer Experimente nicht
genügen, hat die Geobiologie bei Vertretern der akademischen Naturforschung und
der Schulmedizin einen schweren Stand. Die behaupteten Einflüsse auf Körper und
Seele würden auf dem Placebo-Effekt beruhen, vermutet die Wissenschaft. Mit
anderen Worten: Wenn sensible Menschen an diesen speziellen Stellen besondere
Kräfte verspüren, sei dies blosse Einbildung.
Natürliche Psychotherapie Da aber aus Psychologie,
Medizin und Kulturgeschichte bekannt ist, welch starke Einflüsse ein fester
Glaube ausüben kann, haben die angeblichen oder tatsächlichen Orte der Kraft
durchaus ihre Bedeutung. Denn ob die positive Wirkung nun aus dem Innern der
Erde oder aus dem Innern der eigenen Seele kommt, spielt in der Praxis ja keine
Rolle. Hauptsache, es wirkt. Wie bei allen wissenschaftlich nur schwer fassbaren
Phänomenen spielt das Persönliche eine wichtige Rolle. Religiöse Menschen werden
ihre Krafterfahrungen wohl in den Mauern romanischer Kirchen machen,
kirchenferne Personen dagegen fühlen sich vielleicht eher zu steinzeitlichen
Kultstätten hingezogen. Und auch die Natur hält für jeden Geschmack etwas
bereit: Wer sich in einer Höhle eher bedrückt als befreit fühlt, verspürt dann
das gesuchte Psycho-Hoch durch den Aufenthalt an einem Wasserfall.
Harmonie mit der Erde Die geobiologische Grundregel Nummer 1
besagt denn auch, jeder und jede müsse selber herausfinden, wo die
Harmonieströme zwischen Erde und Mensch am stärksten fliessen. Dazu der Tipp von
Geobio-Guru Alfredo Gisler: «Man setze sich ruhig und gelöst hin und verscheuche
alle Gedanken, die belasten oder sonst irgendwelche negativen Gefühle wecken.
Man mache seinen Geist frei ... und dann spürt man, wie Körper und Seele erfasst
werden.» In diesem Zusammenhang kann auch die momentane körperliche und/oder
psychische Verfassung eine Rolle spielen, bei Frauen etwa der Monatszyklus. Dies
ist zu beachten, wenn man «seinen» Kraftort sucht, denn nicht immer bleibt sich
der Einfluss gleich. Wie bei allen physikalisch unklar definierten
Wechselwirkungen braucht es Geduld, um schliesslich den perfekten Einklang mit
den unsichtbaren Kraftlinien und Kraftfeldern zu erreichen. Unser Rundblick
durch die Geografie schweizerischer Kraftorte soll dabei helfen.
Grotte bei Würenlos Wo gewaltige Energien die
Erdoberfläche verändert haben und noch immer umformen, entwickeln sich ganz
natürlich Kraftorte. Spürbar sind deren Einflüsse etwa in Schluchten, in Höhlen
und am Fusse von Wasserfällen. Interessanterweise messen Geobiologen die
höchsten Bovis-Werte nicht etwa in spektakulären Schauhöhlen wie den Höllgrotten
im Kanton Zug, im Muotataler Höllloch oder in den jurassischen Grottes de
Réclère, sondern in der wenig bekannten Emma-Kunz-Grotte beim aargauischen
Würenlos. Emma Kunz, aus Brittnau bei Zofingen stammend, gilt als Pionierin der
schweizerischen Kraftortbewegung. Ihre Nachfolgerin Blanche Merz, zu Beginn des
Jahres 2002 im Alter von 83 Jahren verstorben, beschrieb die Kraftwirkungen von
Höhlen so: «Hier spürt man einen Hauch Ewigkeit, den man je nach Einstellung als
angenehm umhüllend oder als furchteinflössend empfindet. Die typischen
Formationen von Grotten tragen dazu bei, dass sich Formwellen bilden, die unsere
Phantasie wecken und anregen.»
Kommerz dämpft Kraftfelder Ein Spezialfall sind die
Sankt-Beatus-Höhlen am Thunersee, wo sich jahrhundertelang ein viel besuchter
Pilgerort befand: Fromme von weit her zogen zum einstigen Aufenthaltsort des
heiligen Beatus, um in der Höhlenklause des Einsiedlers Linderung ihrer Leiden
zu finden. Hier also verbinden sich für die Gläubigen die Naturkräfte mit
Energieströmen aus dem Jenseits. Während die meisten Höhlen entweder nur mit
schwerer Ausrüstung oder nach Entrichten eines namhaften Eintrittsgeldes
zugänglich sind (leider dämpfen sowohl ein Zuviel an Technik wie auch an Kommerz
die Wirkung der Kraftfelder), lassen sich die Wasserfälle problemloser besuchen.
Derart dynamische Naturdenkmäler beanspruchen alle Sinne: Die Augen folgen den
tosenden Massen, in den Ohren dröhnt das Sturzgeräusch, Wasserstaub befeuchtet
die Haut ...
Regeneration am Wasserfall Es braucht keineswegs ein
Übermass an Fantasie, um das Gefühl zu bekommen, Wasserfälle würden die inneren
Batterien aufnahmebereiter Menschen mit Biokraft nachladen. Dazu Geobiologin
Blanche Merz: «Die Energie des Wasserstrudels ist ausserordentlich, sodass er
sozusagen ein Regenerator ist.»
Franz Auf der Maur
Tierwelt, Nr. 45, 8. November 2002
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